Ein Tatort in Neu-Isenburg!

von Carina Kühne

Am 27.08.2006 hatte ich ein schönes Erlebnis. Ich fuhr mit der Regionalbahn 15454 von Darmstadt nach Frankfurt/Main.

Cornelia Thau holte mich ab und wir fuhren gemeinsam nach Neu-Isenburg.

Dort sollten vor einer Autowaschstraße Außenaufnahmen für den neuen Frankfurter Tatort entstehen.

Eigentlich darf man bei den Dreharbeiten nicht zuschauen, aber Frau von Trotta, die zum ersten Mal bei einem Tatort Regie führte, hatte für mich eine Ausnahme gemacht.

Ich entdeckte vier Kameras, eine auf dem Hochhaus, eine auf einem sehr hohen Kran, eine in der Autowaschstraße und eine davor.

Als wir ankamen, wurde schon geprobt. Das SEK (Sondereinsatzkommando) kam mit quietschenden Reifen angerast. Schwarz vermummte Männer stiegen aus und rannten mit ihren Maschinengewehren zur Autowaschstraße. Das war sehr aufregend für mich. Es waren nämlich keine Schauspieler sondern es war ein echtes Sondereinsatzkommando der Polizei.

Frau von Trotta saß mit Kopfhörer auf ihrem Regiestuhl und schaute auf den Monitor was der Kameramann drehte. Wenn es ihr nicht gefiel, ging Sie zu den Schauspieler/innen und sagte es ihnen. Sie zeigte ihnen auch, wie sie es besser machen können. Einmal wurde sie richtig ärgerlich, weil ein Schauspieler sich ständig versprach.

Natürlich musste jede Szene mehrmals geprobt und gedreht werden!

Vor jedem Dreh gab es eine Klappe, darauf stand der Name des Films, welche Szene, welche Einstellung, wie viel Mal gedreht wurde, welcher Kameramann und Regisseur.

Dann gab es eine Regenpause!

Cornelia stellte mich der Regisseurin, dem Produktionsleiter, den Tontechnikern und Maskenbildnerinnen vor. Frau von Trotta begrüßte uns freundlich und einige gaben mir auch die Hand. Dem Produktionsleiter durfte ich Fragen stellen. Ich erfuhr, dass man für einen Tatort ungefähr 26 Drehtage braucht. An so einem Film arbeiten etwa 40 Leute (Regie, Kamera, Ton, Beleuchtung, Kostüm, Garderobe, Maske, Produktionsleitung, Aufnahmeleitung, Bühne, Requisite, Sekretariat sowie continuty) und ungefähr 35 Schauspieler/innen spielen mit.

Andrea Sawatzki hatte die Rolle der Kommissarin Charlotte Sänger und Jörg Schüttauf spielte den Kommissar Fritz Dellwo.

In einem Drehbuch steht nicht nur der Text, sondern auch die Drehorte und was die Schauspieler/innen tun sollen.

Während der Pause durften Cornelia und ich uns hinter Frau von Trotta stellen und auf den Monitor schauen.

In der nächsten Szene kamen Andrea Sawatzki (Charlotte Sänger) und Jörg Schüttauf (Fritz Dellwo) mit ihren Autos angefahren. Sie stiegen aus und verschwanden in der Waschstraße. Später kam Jörg Schüttauf wieder heraus und rief mit seinem Handy die Spurensicherung an. Danach kam ein Rettungswagen mit Notarzt und Sanitäter angefahren. Sie holten einen Schwerverletzten aus dem Auto in der Waschstraße. Er blutete stark am Kopf, bekam an einem Arm zwei Pflaster und am anderen eine Infusion. Dann wurde er auf die Trage gehoben und in den Krankenwagen gebracht.

Zwei als Polizisten verkleidete Schauspieler, Cornelia und ich standen als Zuschauer im Bild der Kamera. Das fand ich natürlich sehr toll.

Danach war wieder eine Regenpause!

In dieser zeigten Cornelia und die Maskenbildnerinnen wie das Filmblut aussieht. Aus verschiedenen Flaschen ließen sie einen Tropfen auf mehrere Taschentücher fallen und ich konnte die unterschiedlichen Farbtöne erkennen. Das fand ich sehr interessant.

Faszinierend fand ich auch die nächste Szene. Die SEK-Leute sprangen aus dem Auto raus, knallten die Wagentüren zu und stürmten mit ihren Maschinengewehren auf das Fluchtfahrzeug in der Waschstraße zu. Als sie die Wagentüren aufrissen, bemerkten sie nicht den Täter, sondern einen Schwerverletzten. Natürlich musste auch diese Szene mehrmals geprobt und gedreht werden.

Für diesen Tag waren die Dreharbeiten zu Ende, Cornelia brachte mich wieder zum Frankfurter Bahnhof. Wir verabschiedeten uns voneinander und ich fuhr wieder nach Hause.

Einige Zeit später schickte Cornelia mir eine Autogrammkarte von Jörg Schüttauf. Das war eine Überraschung und ich freute mich riesig!

Natürlich wollte ich mich bei Frau von Trotta bedanken und schrieb ihr einen Brief. Ich konnte es kaum glauben, aber sie antwortete mir sogar. Ich bekam eine Karte aus Paris, darauf stand: „Liebe Carina, danke für Deinen schönen Brief! Ich fand es auch sehr nett, dass Du bei unserem „Tatort“ hast zusehen können, und ich wünsche Dir alles, alles Gute. Sehr liebe Grüße Margarethe von Trotta

Darüber freute ich mich natürlich ganz besonders!

Ich bin schon sehr gespannt auf den neuen Frankfurter Tatort. Er wird am 14.Oktober 2007 um 20.15 Uhr im 1. Programm (ARD) zu sehen sein.

Carina Kühne




 Downsyndrom-Stiftung    info Zustiftungen/Spenden
 Zustiftungen:  Landesbank Baden-Württemberg  KtoNr.: 420 92 92   BLZ: 600 501 01    IBAN: DE96600501010004209292   BIC: SOLADEST600
 Spenden:  Kreissparkasse Ostalb   KTO: 1000 186 033   BLZ: 614 500 50   IBAN: 50DE95614500501000186033   BIC: OASPDE6AXXX