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Carina Kühne

Carina Kuehne Carina Kuehne

Sie wurde am 16. Januar 1985 in Berlin geboren.
Als Frühchen war ich so klein, dass ich Puppenkleider tragen musste.

Einmal in der Woche kam eine Beschäftigungstherapeutin zu uns nach Hause. Sie förderte mich und gab meiner Mutter Tipps.

Ich hörte leidenschaftlich gerne Kassetten, lernte dadurch früh sprechen und bekam einen großen Wortschatz.

Zwei mal wöchentlich bekam ich Logopädie und einmal Musiktherapie.

Mit 3 ½ Jahren kam ich in einen Regelkindergarten. Dort gefiel es mir sehr gut.

1990 zog ich mit meiner Mutter und meinem Bruder nach Seeheim. Dort besuchte ich für ein Jahr den Gemeindekindergarte, dann wurde ich in die Vorklasse der Grundschule am Ort eingeschult. Dort kam ich so gut mit, dass ich 1992 auf Antrag in die erste Klasse der Regelschule aufgenommen wurde. Hier lernte ich ganz normal mit meinen Klassenkameraden lesen, schreiben und rechnen. Im Sportunterricht lernte ich schwimmen und machte das Bronze- und das Silberabzeichen. Auch an der Fahrradprüfung nahm ich mit Erfolg teil.

Nach der 4. Klasse wollte ich gerne die Sekundarstufe einer Regelschule besuchen. Das war nicht so einfach, des halb wiederholte ich zunächst die 4. Klasse an einer anderen Schule und kam dann in die Sekundarstufe einer Gesamtschule. Dort kam ich gut mit. In Englisch war ich sogar Klassenbeste. Mit dem Hauptschulabschluss und einem Notendurchschnitt von 2,3 verließ ich 2002 die Schule.

Schon während der Schulzeit hatte ich verschiedene Praktika in Arztpraxen, Seniorenheimen und Kindergärten absolviert. Weil mir der Umgang mit Menschen sehr gefiel, machte ich zunächst ein Langzeitpraktikum in einer Arztpraxis und besuchte gemeinsam mit den Auszubildenden im ersten Lehrjahr die Berufsschule, wo ich gut mitkam. Dort lernte ich auch mit zehn Fingern am Computer schreiben.

Dann wechselte ich in den Walldorfkindergarten, wo ich ein 19-monatiges Praktikum absolvierte. Dort hätte man mich gerne übernommen und es gefiel mir auch so gut, dass ich gerne geblieben wäre. Leider gab es aber finanzielle Schwierigkeiten.

Außerdem nahm ich an einigen Blindenfreizeiten als Betreuerin teil. Zu verschiedenen Anlässen konnte ich die Teilnehmer mit Klavier- und Flötenspiel erfreuen. Am bunten Abend spielte ich in mehreren Sketchen mit und brachte die Zuhörer zum Lachen.

Im März 2006 begann ich eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin. In der Altenpflegeschule kam ich gut mit. Im Pflegeheim, wo ich meine praktische Ausbildung machte, gab es leider Probleme. Obwohl der Heimleiter voll hinter mir stand, weigerten sich die Stationspflegekräfte, mich auszubilden. Die Unterstützung vom Integrationsamt wurde abgelehnt. Deshalb musste ich die Ausbildung nach einem halben Jahr Probezeit beenden.

Von Januar bis März 2007 habe ich ein Praktikum in der Praxis für Entwicklungspädagogik in Mainz absolviert. Dort gefiel es mit auch sehr gut.

Im Juli fange ich wieder in einem Altenpflegeheim an zu arbeiten.

Ich würde so gerne eine richtige Ausbildung machen! Doch ist es sehr schwer, etwas zu finden. Leider fällt es unserer Gesellschaft oft schwer, Menschen mit Downsyndrom zu akzeptieren und zu tolerieren.

Ich liebe Musik und spiele selber Flöte und Klavier. Gemeinsam mit meiner Tante und meiner Cousine habe ich schon zwei CDs aufgenommen. Zurzeit spiele ich unter anderem ein Menuett von Bach, ein Ballett von Mozart, eine Bourrée von Gluck, ein Andante aus der Symphonie mit dem Paukenschlag von Haydn und ein Rondoletto von Mozart auf dem Klavier. Ich habe auch schon oft vorgespielt: Z. B. beim Downsyndrom-Kongress in Potsdam, beim ersten Down-Sportlerfestival in Frankfurt, bei Weihnachts- und Osterfeiern in einer Behindertengruppe. Leider habe ich z, Z. selten Gelegenheit vorzuspielen!

Seit 2002 schreibe ich auch für den Ohrenkuss. Das macht mir viel Spaß. Für den Ohrenkuss „Gut und Böse“ waren wir in Weimar und haben das Konzentrationslager Buchenwald besichtigt. Das war sehr interessant, aber auch traurig. Für den letzten Ohrenkuss „Luxus“ fuhren wir nach Dresden und besuchten das „Grüne Gewölbe“ von August dem Starken. Das war sehr faszinierend! Manchmal besuche ich auch Workshops und nehme an Lesungen teil.

Besonders toll war es, dass der Ohrenkuss für den „Goldenen Prometheus“ (Journalistenpreis) nominiert war. Ich durfte mit Frau Dr. Peschka, der Geschäftsführerin von Ohrenkuss zur Preisverleihung fahren. Leider bekamen wir den Preis nicht, aber es war schon eine große Ehre, nominiert zu sein! Auf dem Galaabend waren viele Promiente und es war ein sehr schönes Erlebnis für mich.

Ich schreibe sehr gerne Artikel und freue mich, wenn sie veröffentlicht werden. Bisher konnte man Beiträge von mir außer im Ohrenkuss auch in den Mitteilungen des Arbeitskreises Downsyndrom, im Magazin Menschen, im 3satmagazin, in der Down-Sportlerfestivalzeitung von Hexal, in Mimmi, Mittendrin, das Band, Zusammen und in Kids Hamburg lesen.

Zu meinen Hobbys gehört auch schwimmen, skaten, Tischtennis spielen und lesen.

Einmal durfte ich bei Dreharbeiten für den neuen Frankfurter Tatort zuschauen. Das war auch sehr interessant. Frau von Trotta führte Regie. Sie war sehr nett und schrieb mit sogar eine Karte. Von Jörg Schüttauf bekam ich eine Autogrammkarte.

 Downsyndrom-Stiftung    info Zustiftungen/Spenden
 Zustiftungen:  Landesbank Baden-Württemberg  KtoNr.: 420 92 92   BLZ: 600 501 01    IBAN: DE96600501010004209292   BIC: SOLADEST600
 Spenden:  Kreissparkasse Ostalb   KTO: 1000 186 033   BLZ: 614 500 50   IBAN: 50DE95614500501000186033   BIC: OASPDE6AXXX